Bald nach Mächlers Zoll-Unfall wurde auch Prinz Hans bei der Einreise nach Deutschland in Lindau festgenommen. Die Zollbehörde von Lörrach hatte einen Haftbefehl gegen ihn erlassen. Nachgewiesen wurde ihm allerdings nur das Einschmuggeln von neuen Schweizer Uhren, wobei er seine diplomatischen Privilegien mißbraucht hatte. Noch bevor der Prinz in Lörrach 120 Tage Haft verbüßte*, heckte Georg Spencer Spitz eine neue Idee aus, wie man risikolos und schneller als durch Grenzgeschäfte zu Geld kommen konnte, das nach der Währungsreform auch in der Bank am Münchner Promenadeplatz knapp war.
Kaffee und Softdrinks umsonst
Sie bewarben sich ohne ihn um die älteste deutsche Spielbank: das Casino Baden-Baden. Die Spiel- und Kursäle an der Oos ähnelten damals dem Requisitenspeicher einer Provinzbühne. Im Kurhaus und in vielen Hotels hatten sich französische Besatzungsoffiziere einquartiert, deren damaliger Oberkommandierender, General Koenig, das idyllische Schwarzwaldrevier als eine französische Enklave betrachtete. Er stemmte sich gegen die Absichten der Baden-Badener Stadtväter, das Casino möglichst bald unter deutscher Regie wieder zu eröffnen, und erklärte: »Wenn schon, dann nur unter französischer Regie.« Es zeigte sich jedoch kein finanzkräftiger französischer Spielbankier, der die Baden-Badener Casinotradition wiederbeleben wollte. Die branchekundigen Franzosen glaubten va banque zu spielen, wenn sie auf einen wirtschaftlichen Aufschwung in der Bundesrepublik spekulierten und das Casino in Baden-Baden mit eigenem Geld neu ausstaffierten.
Lizenz & Regulierung
In dieser Situation erwies sich cas casino royal deutschland der Baden-Badener Oberbürgermeister Dr. Ernst Schlapper als geschickter Diplomat. Er verbündete sich mit einem beziehungsreichen Kontaktmittler: dem Anwalt Dr. Hartmann Freiherr von Richthofen, der mit dem damaligen französischen Hochkommissar Andre Francois-Poncet seit langem befreundet war. Francois-Poncet ließ sich überzeugen, daß Baden-Baden nicht der Nabel der Spielbankwelt ist, den die Franzosen aus nationalen Prestigegründen annektieren müßten.
Hotel City Club in Prag
Das casinopolitische Gespräch wurde schließlich in Paris fortgesetzt und die Entscheidung dadurch begünstigt, daß der Freiherr seinen italienischen Schwager Belloni, den Konzessionär der italienischen Spielbank Campione am Luganer See, als Mitbewerber vorschob. Die Pariser Regierungsbeamten akzeptierten dann auch die deutsche Gruppe Lenz - als Anhängsel des Italieners, gegen den sie keine Ressentiments hegten - und genehmigten die Wiedereröffnung der Spielbank im Schwarzwald. Dem Italiener wurde die Option erteilt, etwa 45 Prozent Anteile der neuzugründenden Casino-Gesellschaft erwerben zu können. Er nutzte sie aber nicht aus, sondern überließ seinen Part dem Hartmann Freiherr von Richthofen, der in seinem Verwandtenkreis etwa 250 000 Mark auftrieb und als Casino-Beteiligung zur Verfügung stellte. Das meiste Geld mußte jedoch von den Lenzleuten kommen. Ehemalige Großaktionäre der arisierten Gesellschaften forderten Nachzahlungen für ihre in der Nazizeit unter Druck verkauften Aktien. Schließlich kam auch der ehemalige Bankinhaber S.S. Marx aus London nach München, um sich mit seinem früheren Schildknappen auseinanderzusetzen.
Spielablauf in Casinos
Sie duldete eine kleine Anzahl privater Klubs. In Berlin florierten besonders die »Big Five« - fünf Klubs, in denen Bühnen- und Filmstars sowie der Pferdesport-Adel Roulette, Baccarat und Ecarté spielten. Der damalige Berliner Vizepolizeipräsident Weiß, selbst Klubmitglied, hielt seine Hand schützend über die Hautevolee der Spieler und untersagte seinem Glücksspieldezernenten, Kriminalrat Greiner, die Kontrolle der Klubs mit der Begründung: »Was geht es die Polizei an, wenn sich die reichen Leute gegenseitig ihr Geld abknöpfen.« Die Hitlerregierung hob 1933 das Casinoverbotsgesetz auf, genehmigte jedoch nur die Wiedereröffnung der renommiertesten deutschen Spielbank Baden-Baden und tolerierte später das Casino Zoppot. Die Regierung spekulierte damals auf die Devisen ausländischer Gäste, die das gepflegte Baden-Baden anlocken sollte. Außerdem wollte man den französischen Casinos die reichen Amerikaner abwerben.
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(In Frankreich sind etwa 150 Spielbanken zugelassen.) Für das niedere Volk der Spieler durfte Julius Fritz seine Troula-Apparate in Bewegung setzen, »und brachten dieselben, obgleich nur mit einer Mark gespielt werden durfte, den Kurkassen ganz beachtliche Geldbeträge ein«, wie Fritz 1947 in einer Denkschrift schrieb, die er an die Bürgermeister mehrerer Kurorte schickte, nachdem er den Spitz wiedergetroffen hatte. Das Schriftstück begann: »Ich erlaube mir, um die Genehmigung eines Spielcasinos nach dem Gesetz über die Zulassung öffentlicher Spielbanken vom 14.7. Auf eine Finanzgruppe gestützt, erbiete ich mich, dieses Spielcasino zu errichten, zu finanzieren und zu leiten. Dabei gebe ich mich cas neue online casinos mit startguthaben ohne einzahlung osterreich der Hoffnung hin, daß Sie mir im Hinblick auf die der Gemeinde und dem Staatshaushalt zufließenden beträchtlichen Einnahmen Ihre Unterstützung nicht versagen werden.« Dann folgte ein Dutzend attraktiver Argumente, beispielsweise: Jeder Kriminalist begrüßt es, wenn eine unter Aufsicht der Öffentlichkeit stehende Spielbank errichtet wird, weil dadurch das auch heute noch verbreitete geheime und unkontrollierbare Glücksspiel sehr schnell ausgerottet und das spielfreudige Publikum den unter den Augen der Öffentlichkeit stehenden Spielbankenbetrieb bevorzugen würde und außerdem die Besucher vor unerwünschten Elementen geschützt sind. »Die Märchen, wonach das Spiel zum Selbstmord, zu Leichtsinn und unweigerlich zum Ruin führe, stammen aus sensationshungrigen Romanen vergangener Zeiten.
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Im übrigen gibt es unzählige Trinkerheilstätten für unheilbare Alkoholiker, von Anstalten für verwahrloste Spieler hat man aber nie etwas gehört. »Wenn man bedenkt, daß in allen Städten Deutschlands staatlich konzessionierte Wettbüros bestehen, in denen täglich jedermann, der Wohlhabende wie auch der Arbeitslose, ohne Ansehen des Geschlechts, Alters und der Person seiner Spiellust frönen und so dem Glücksspiel in primitivster Form huldigen kann, dann wäre nicht zu verstehen, warum nicht auch Ihr Kurort ein Spielcasino erhalten soll.« Auf diese Bewerbung reagierte zunächst nur der Bürgermeister von Neuenahr positiv. Fritz und Spitz sorgten dafür, daß der französische Besatzungs-Landvogt in Koblenz ihrem Vorhaben zustimmte, bald darauf erteilte das rheinland-pfälzische Innenministerium die Konzession. Das Geld für die Einrichtung und den Betrieb der Spielbank mußte Lenz zur Verfügung stellen. Beim nächsten Coup schalteten die Münchner Konsorten den Troula-Meister Fritz aus. Die Verhandlungen liefen zunächst zäh, so daß Gustl Lenz der Reichsgräfin Wrbna-Kaunitz klagte: »Jetzt habe ich acht Tage meine Hemden durchgeschwitzt.« Später einigte man sich; S.S. Marx bekam einen Kommanditanteil der Lenz-Bank, den er alsbald in bare Münze umsetzte. Wagemutiger als Lenz, den die Schatten der Vergangenheit bedrückten, machte sich Georg Spencer Spitz damals auf, eine Goldader anzuzapfen. Er traf sich in Wiesbaden mit einem alten Bekannten, dem Spielunternehmer Julius Fritz, einem ähnlichen Lebensartisten wie Spitz. Beide sind begeisterte Anhänger des Pferdesports, des Wettens und des Roulettes. Fritz hatte seine Spieltisch-Erfahrungen in den zwanziger Jahren kommerziell ausgewertet und eine neue Glücksmaschine konstruiert, die er »Troula« nannte und als Geschicklichkeits-Apparat tarnte. Mit diesem Instrument konnte er das offizielle Glücksspielverbot umgehen. »Im Kaiserreich«, sagt Fritz, »kam das Glücksspielen gleich nach dem Pferdestehlen.« Während der Weimarer Zeit war die Polizeiobrigkeit etwas toleranter. Sie duldete eine kleine Anzahl privater Klubs. In Berlin florierten besonders die »Big Five« - fünf Klubs, in denen Bühnen- und Filmstars sowie der Pferdesport-Adel Roulette, Baccarat und Ecarté spielten. Der damalige Berliner Vizepolizeipräsident Weiß, selbst Klubmitglied, hielt seine Hand schützend über die Hautevolee der Spieler und untersagte seinem Glücksspieldezernenten, Kriminalrat Greiner, die Kontrolle der Klubs mit der Begründung: »Was geht es die Polizei an, wenn sich die reichen Leute gegenseitig ihr Geld abknöpfen.« Die Hitlerregierung hob 1933 das Casinoverbotsgesetz auf, genehmigte jedoch nur die Wiedereröffnung der renommiertesten deutschen Spielbank Baden-Baden und tolerierte später das Casino Zoppot. Die Regierung spekulierte damals auf die Devisen ausländischer Gäste, die das gepflegte Baden-Baden anlocken sollte. Außerdem wollte man den französischen Casinos die reichen Amerikaner abwerben.
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Sie spendeten 1949 zu Weihnachten 10 000 Mark für die Stadtarmen, um ihre noble Gesinnung zu bekunden. Aber Baden-Badens Oberbürgermeister Dr. Ernst Schlapper erwartete viel mehr: - Beteiligung der Stadt- und Kurverwaltung an der neuen Casino-Gesellschaft zu je fünf Prozent und - eine Million Mark Darlehen für die Kurverwaltung zu gewöhnlichen Sparkassenzinssätzen. Da die Lenzleute aber auch noch für den größten Teil der Kosten aufkommen mußten, die sich aus der Herrichtung der Casino-Räume und der Neubeschaffung des Inventars ergaben, wurde der Münchner Bankier etwas verlegen. Die Chance, das investierte Kapital in wenigen Jahren einzuspielen und dann nur noch steuerfrei zu verdienen, war sehr verlockend, aber die flüssigen Reserven des Bankhauses August Lenz & Co.
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Lenz kaufte damals wie einige andere Bankiers sogenannte Feststellungsbescheide ehemals rassisch verfolgter KZHäftlinge auf, die der bayrische Staat nicht sofort honorieren konnte. Die Bankiers zahlten den Wiedergutmachungsanwärtern, die damals in Scharen auswandern wollten, etwa 40 Prozent der festgesetzten Entschädigungssumme und erhielten dafür nach anderthalb oder zwei Jahren 60 bis 64 Prozent aus der Staatskasse. Den Rest - 36 bis 40 Prozent - behielt der Staat ein. Bevor jedoch das Wiedergutmachungsgeld mit etwa 20 Prozent Profit an die Vorfinanzierer zurückfloß, brauchte Lenz dringend Finanzhilfe, um seine nächste Glücksspiel-Startbahn in Baden-Baden betonieren zu können. Die meisten Geschäftsfreunde, Makler und Bankiers, die er um Darlehen anging, winkten ab.
Sicherheit & Datenschutz
Der Münchner Finanzmakler Rudolf Münemann beispielsweise ließ Lenz mokant abfahren: »Spielcasinos und Freudenhäuser finanziere ich nicht.« Schließlich wandte sich Lenz an die damals noch hoch im Kurs stehende Geld-Maklerin der Familie des Prinzen Adalbert von Bayern, die Reichsgräfin von Wrbna-Kaunitz, die auf Bitten von Lenz zunächst auch 400 000 Mark hergab, aber schon nach wenigen Monaten das bei der Baden-Badener Sparkasse deponierte Darlehen kündigte. Seither wurden die Beziehungen zwischen »Ninifee« und Gustl Lenz merklich kühler. Schließlich konnte Lenz nach Abtretung einiger Unterbeteiligungen mehrere stille Gesellschafter für die neugegründete Spielbank Baden-Baden GmbH finden, die ihm auch bei der Darlehensfinanzierung behilflich waren. Dazu Lenz: Wenn man wüßte, was für prominente Leute ich mit Spielbankanteilen vertrete.« Nachdem die Finanzierung endlich gesichert war, wurde das Casino am 1. (In Frankreich sind etwa 150 Spielbanken zugelassen.) Für das niedere Volk der Spieler durfte Julius Fritz seine Troula-Apparate in Bewegung setzen, »und brachten dieselben, obgleich nur mit einer Mark gespielt werden durfte, den Kurkassen ganz beachtliche Geldbeträge ein«, wie Fritz 1947 in einer Denkschrift schrieb, die er an die Bürgermeister mehrerer Kurorte schickte, nachdem er den Spitz wiedergetroffen hatte. Das Schriftstück begann: »Ich erlaube mir, um die Genehmigung eines Spielcasinos nach dem Gesetz über die Zulassung öffentlicher Spielbanken vom 14.7. Auf eine Finanzgruppe gestützt, erbiete ich mich, dieses Spielcasino zu errichten, zu finanzieren und zu leiten. Dabei gebe ich mich cas neue online casinos mit startguthaben ohne einzahlung osterreich der Hoffnung hin, daß Sie mir im Hinblick auf die der Gemeinde und dem Staatshaushalt zufließenden beträchtlichen Einnahmen Ihre Unterstützung nicht versagen werden.« Dann folgte ein Dutzend attraktiver Argumente, beispielsweise: Jeder Kriminalist begrüßt es, wenn eine unter Aufsicht der Öffentlichkeit stehende Spielbank errichtet wird, weil dadurch das auch heute noch verbreitete geheime und unkontrollierbare Glücksspiel sehr schnell ausgerottet und das spielfreudige Publikum den unter den Augen der Öffentlichkeit stehenden Spielbankenbetrieb bevorzugen würde und außerdem die Besucher vor unerwünschten Elementen geschützt sind.
- Casino Baden-Baden in der Nähe der französischen Grenze, historisches Spielhaus
- Spielbank Konstanz direkt am Bodensee, grenznah zur Schweiz
- Casino Bregenz (Österreich) am Bodensee, von der deutschen Grenze aus erreichbar
- Casino Bad Ragaz in der Schweiz, nahe der Grenze zu Deutschland und Österreich
- Casino Zürich, beliebtes Ziel für Besucher aus Süddeutschland
- Casino Luzern, weitere Schweizer Destination für Spieler aus der Grenzregion
»Die Märchen, wonach das Spiel zum Selbstmord, zu Leichtsinn und unweigerlich zum Ruin führe, stammen aus sensationshungrigen Romanen vergangener Zeiten. Im übrigen gibt es unzählige Trinkerheilstätten für unheilbare Alkoholiker, von Anstalten für verwahrloste Spieler hat man aber nie etwas gehört. »Wenn man bedenkt, daß in allen Städten Deutschlands staatlich konzessionierte Wettbüros bestehen, in denen täglich jedermann, der Wohlhabende wie auch der Arbeitslose, ohne Ansehen des Geschlechts, Alters und der Person seiner Spiellust frönen und so dem Glücksspiel in primitivster Form huldigen kann, dann wäre nicht zu verstehen, warum nicht auch Ihr Kurort ein Spielcasino erhalten soll.« Auf diese Bewerbung reagierte zunächst nur der Bürgermeister von Neuenahr positiv. Fritz und Spitz sorgten dafür, daß der französische Besatzungs-Landvogt in Koblenz ihrem Vorhaben zustimmte, bald darauf erteilte das rheinland-pfälzische Innenministerium die Konzession. Das Geld für die Einrichtung und den Betrieb der Spielbank mußte Lenz zur Verfügung stellen. Beim nächsten Coup schalteten die Münchner Konsorten den Troula-Meister Fritz aus. Sie bewarben sich ohne ihn um die älteste deutsche Spielbank: das Casino Baden-Baden. Die Spiel- und Kursäle an der Oos ähnelten damals dem Requisitenspeicher einer Provinzbühne. Im Kurhaus und in vielen Hotels hatten sich französische Besatzungsoffiziere einquartiert, deren damaliger Oberkommandierender, General Koenig, das idyllische Schwarzwaldrevier als eine französische Enklave betrachtete. Er stemmte sich gegen die Absichten der Baden-Badener Stadtväter, das Casino möglichst bald unter deutscher Regie wieder zu eröffnen, und erklärte: »Wenn schon, dann nur unter französischer Regie.« Es zeigte sich jedoch kein finanzkräftiger französischer Spielbankier, der die Baden-Badener Casinotradition wiederbeleben wollte. Die branchekundigen Franzosen glaubten va banque zu spielen, wenn sie auf einen wirtschaftlichen Aufschwung in der Bundesrepublik spekulierten und das Casino in Baden-Baden mit eigenem Geld neu ausstaffierten. In dieser Situation erwies sich cas casino royal deutschland der Baden-Badener Oberbürgermeister Dr.
Wie sicher sind Online Casinos ohne Einschränkungen beim Spielen?
Ernst Schlapper als geschickter Diplomat. Er verbündete sich mit einem beziehungsreichen Kontaktmittler: dem Anwalt Dr. Hartmann Freiherr von Richthofen, der mit dem damaligen französischen Hochkommissar Andre Francois-Poncet seit langem befreundet war. Francois-Poncet ließ sich überzeugen, daß Baden-Baden nicht der Nabel der Spielbankwelt ist, den die Franzosen aus nationalen Prestigegründen annektieren müßten. Das casinopolitische Gespräch wurde schließlich in Paris fortgesetzt und die Entscheidung dadurch begünstigt, daß der Freiherr seinen italienischen Schwager Belloni, den Konzessionär der italienischen Spielbank Campione am Luganer See, als Mitbewerber vorschob.
Zwischen Tradition, Slot-Floor und echter Casino-Kultur
Bald nach Mächlers Zoll-Unfall wurde auch Prinz Hans bei der Einreise nach Deutschland in Lindau festgenommen. Die Zollbehörde von Lörrach hatte einen Haftbefehl gegen ihn erlassen. Nachgewiesen wurde ihm allerdings nur das Einschmuggeln von neuen Schweizer Uhren, wobei er seine diplomatischen Privilegien mißbraucht hatte. Noch bevor der Prinz in Lörrach 120 Tage Haft verbüßte*, heckte Georg Spencer Spitz eine neue Idee aus, wie man risikolos und schneller als durch Grenzgeschäfte zu Geld kommen konnte, das nach der Währungsreform auch in der Bank am Münchner Promenadeplatz knapp war. Ehemalige Großaktionäre der arisierten Gesellschaften forderten Nachzahlungen für ihre in der Nazizeit unter Druck verkauften Aktien.
Sichere Zahlungsmethoden
Schließlich kam auch der ehemalige Bankinhaber S.S. Marx aus London nach München, um sich mit seinem früheren Schildknappen auseinanderzusetzen. Die Verhandlungen liefen zunächst zäh, so daß Gustl Lenz der Reichsgräfin Wrbna-Kaunitz klagte: »Jetzt habe ich acht Tage meine Hemden durchgeschwitzt.« Später einigte man sich; S.S. Marx bekam einen Kommanditanteil der Lenz-Bank, den er alsbald in bare Münze umsetzte. Wagemutiger als Lenz, den die Schatten der Vergangenheit bedrückten, machte sich Georg Spencer Spitz damals auf, eine Goldader anzuzapfen.
Interessante französische Casinos für Pfälzer Besucher
Er traf sich in Wiesbaden mit einem alten Bekannten, dem Spielunternehmer Julius Fritz, einem ähnlichen Lebensartisten wie Spitz. Beide sind begeisterte Anhänger des Pferdesports, des Wettens und des Roulettes. Fritz hatte seine Spieltisch-Erfahrungen in den zwanziger Jahren kommerziell ausgewertet und eine neue Glücksmaschine konstruiert, die er »Troula« nannte und als Geschicklichkeits-Apparat tarnte. Mit diesem Instrument konnte er das offizielle Glücksspielverbot umgehen. »Im Kaiserreich«, sagt Fritz, »kam das Glücksspielen gleich nach dem Pferdestehlen.« Während der Weimarer Zeit war die Polizeiobrigkeit etwas toleranter. Die Pariser Regierungsbeamten akzeptierten dann auch die deutsche Gruppe Lenz - als Anhängsel des Italieners, gegen den sie keine Ressentiments hegten - und genehmigten die Wiedereröffnung der Spielbank im Schwarzwald. Dem Italiener wurde die Option erteilt, etwa 45 Prozent Anteile der neuzugründenden Casino-Gesellschaft erwerben zu können. Er nutzte sie aber nicht aus, sondern überließ seinen Part dem Hartmann Freiherr von Richthofen, der in seinem Verwandtenkreis etwa 250 000 Mark auftrieb und als Casino-Beteiligung zur Verfügung stellte. Das meiste Geld mußte jedoch von den Lenzleuten kommen. Sie spendeten 1949 zu Weihnachten 10 000 Mark für die Stadtarmen, um ihre noble Gesinnung zu bekunden. Aber Baden-Badens Oberbürgermeister Dr. Ernst Schlapper erwartete viel mehr: - Beteiligung der Stadt- und Kurverwaltung an der neuen Casino-Gesellschaft zu je fünf Prozent und - eine Million Mark Darlehen für die Kurverwaltung zu gewöhnlichen Sparkassenzinssätzen. Da die Lenzleute aber auch noch für den größten Teil der Kosten aufkommen mußten, die sich aus der Herrichtung der Casino-Räume und der Neubeschaffung des Inventars ergaben, wurde der Münchner Bankier etwas verlegen. Die Chance, das investierte Kapital in wenigen Jahren einzuspielen und dann nur noch steuerfrei zu verdienen, war sehr verlockend, aber die flüssigen Reserven des Bankhauses August Lenz & Co.
| Casino | Klassische Tischspiele | Automaten (Slots) | Poker-Angebot |
|---|---|---|---|
| Casino Konstanz | Roulette, Blackjack, Poker | Über 100 Spielautomaten | Regelmäßige Poker-Turniere |
| Spielbank Bad Säckingen | American Roulette, Blackjack | Ca. 50 Automaten | Kein reiner Poker-Raum |
| Casino Badenweiler | Französisches Roulette, Blackjack | Keine | Kein Poker |
| Spielbank Konstanz (Kooperationspartner CH) | Alle gängigen Spiele | Großer Automatenpark | Poker-Cashgames & Turniere |
Lenz kaufte damals wie einige andere Bankiers sogenannte Feststellungsbescheide ehemals rassisch verfolgter KZHäftlinge auf, die der bayrische Staat nicht sofort honorieren konnte. Die Bankiers zahlten den Wiedergutmachungsanwärtern, die damals in Scharen auswandern wollten, etwa 40 Prozent der festgesetzten Entschädigungssumme und erhielten dafür nach anderthalb oder zwei Jahren 60 bis 64 Prozent aus der Staatskasse. Den Rest - 36 bis 40 Prozent - behielt der Staat ein. Bevor jedoch das Wiedergutmachungsgeld mit etwa 20 Prozent Profit an die Vorfinanzierer zurückfloß, brauchte Lenz dringend Finanzhilfe, um seine nächste Glücksspiel-Startbahn in Baden-Baden betonieren zu können. Die meisten Geschäftsfreunde, Makler und Bankiers, die er um Darlehen anging, winkten ab. Der Münchner Finanzmakler Rudolf Münemann beispielsweise ließ Lenz mokant abfahren: »Spielcasinos und Freudenhäuser finanziere ich nicht.« Schließlich wandte sich Lenz an die damals noch hoch im Kurs stehende Geld-Maklerin der Familie des Prinzen Adalbert von Bayern, die Reichsgräfin von Wrbna-Kaunitz, die auf Bitten von Lenz zunächst auch 400 000 Mark hergab, aber schon nach wenigen Monaten das bei der Baden-Badener Sparkasse deponierte Darlehen kündigte. Seither wurden die Beziehungen zwischen »Ninifee« und Gustl Lenz merklich kühler.
- Spielbank Konstanz mit Blick auf den Schweizer Uferbereich des Bodensees
- Casino Schaffhausen in der Schweiz, nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt
- Casino St. Gallen als Ziel für Besucher aus dem Allgäu und Vorarlberg
- Casino Basel (Schweiz) im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz
- Casino Interlaken im Berner Oberland, längere Anreise von der Grenze
Schließlich konnte Lenz nach Abtretung einiger Unterbeteiligungen mehrere stille Gesellschafter für die neugegründete Spielbank Baden-Baden GmbH finden, die ihm auch bei der Darlehensfinanzierung behilflich waren. Dazu Lenz: Wenn man wüßte, was für prominente Leute ich mit Spielbankanteilen vertrete.« Nachdem die Finanzierung endlich gesichert war, wurde das Casino am 1.
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